Rückblick VIA MUNDI Tagung 2017

"Was ist uns heilig?" (Kloster Untermarchtal)

Was ist uns heilig?

Leitthema zur Via Mundi Tagung vom 28.04. – 01.05.2017
Opens external link in new windowKloster Untermarchtal

Das Wissen der Menschheit wächst immer schneller. Und damit auch unsere Möglichkeiten, diese Welt und auch uns zu verändern. Die Folgen sind vielfältig, je nachdem, wie wir unsere Erkenntnisse einsetzen. In ihnen liegen Segen und Fluch.

Was sind die Maßstäbe unseres Handelns? Eine entzauberte Welt, die nur noch den Naturgesetzen unterliegt? Leben – ein biochemischer Prozess in einem Zellhaufen? Bewusstsein, Gefühle, Geist und Seele – Illusionen, hervorgerufen von neuronalen Verschaltungen unseres Gehirns?

Die Reduzierung der Welt zu geist- und seelenlosen Objekten verändert auch unseren Umgang mit ihr und mit uns selbst. Wir beuten aus, wir benutzten, wir zerstören und wir lassen verkommen, was uns nicht zu nutzen scheint. Wir machen uns und unseren vermeintlichen Vorteil zum Maßstab unseres Handelns. Die Würde des Menschen ist unantastbar, heißt es im Grundgesetz. Was haben wir daraus gemacht? Ein sentimentales Relikt aus einer Zeit, in der wir noch an etwas Heiliges geglaubt haben, das über allem steht? Nichts mehr ist unantastbar, nichts mehr ist uns heilig. Die Folgen dieses Bewusstseins sind offensichtlich: Der Mensch ist auf dem besten Weg, die Grundlagen seiner Existenz zu zerstören und sich in seinem Größenwahn und seiner Selbstüberschätzung selbst abzuschaffen.

Uns ist das Heilige verloren gegangen. Und damit Ehrfurcht, Demut, Respekt, Würde, Achtsamkeit und jeder Anstand, der dem Wunder des Lebens und dieser Schöpfung angemessen wäre. Wenn wir der Welt und damit auch uns selbst wieder zum Segen werden wollen, müssen wir uns vom Wunder des Lebens wieder berühren lassen. Lernen, der Schöpfung mit Demut und Ehrfurcht zu begegnen. Und das Heilige wiederentdecken, das allem zu Grunde liegt.

Referate und Referenten

Petra Kopf und Prof. Dr. Nils Jent

Petra Kopf, Schauspielerin, Ausdrucks- und Tanztherapeutin und Leiterin für „Lebendige Kommunikation“
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Prof. Dr. Nils Jent ist Schweizer Experte im Bereich Diversity Management, Projektleiter der angewandten Forschung des Centers for Disability and Integration sowie Leiter des Diversity Centers am Institut für Führung und Personalmanagement und Lehrbeauftragter der Universität St. Gallen.
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Im Miteinander stark – Der Weg zur Inklusion

Nils Jent wurde zweimal geboren, im Februar 1962 und im Mai 1980. Nach einem schweren Motorradunfall begann für ihn ein bislang völlig unbekanntes Leben mit erheblichen körperlichen Einschränkungen. Begleitet von Eltern, Ärzten, Freunden und Lehrern lernte er sich selbst neu zu erfinden und erfuhr, wie das Miteinander ungeahnte Kräfte bei allen freisetzt, aber auch wie mühsam es ist, wenn dieses Miteinander fehlt. Sein bedingungsloses Ja zum Leben und sein Glaube an eine Urkraft, die der menschliche Verstand nicht fassen kann, gaben ihm das Vertrauen und den Mut, sein Leben zu gestalten, seine Möglichkeiten, auch wenn sie zunächst noch so eingeschränkt schienen, voll auszuschöpfen.Er schaffte es, die Matura nachzuholen und zu studieren. Sein eindrücklicher Weg zu einem autonomen Leben mitten in unserer Gesellschaft ist im Film „Unter Wasser atmen“ dokumentiert. Der innere Weg, seine Zweifel, seine Einsichten und sein persönliches Reifen, sind in chronologischen Kurztexten in seinem Buch „Essenzen des Wahrnehmens“ nachzulesen. Als Professor und Doktor der Ökonomie leitet er heute die angewandte Forschung des Center for Disability and Integration der Universität St. Gallen, Schweiz und lehrt Diversity Management.Im März 2012 begegneten sich Nils Jent und Petra Kopf während einer Tagung, zu der beide als Dozenten zum Thema „Entwicklungsfelder öffnen“ geladen waren. Ihr gemeinsames Anliegen „Im Miteinander stark“ führte sie zu einer Zusammenarbeit, die genau dieses Miteinander verdeutlicht. Nils Jent und Petra Kopf plädieren für einen grundsätzlichen Wertewandel, welcher unter anderem Entschleunigung, Achtsamkeit und gegenseitige Wertschätzung einbindet. Wenn es gelingt, auch Verschiedenartigkeit und Andersartigkeit gleich zu werten, können sich in gegenseitigem Geben und Nehmen neue Ressourcen auftun und alle bereichern. Wir sind in unserer Vielfältigkeit alle Teil der Gesellschaft, Teil eines großen Ganzen. Dies gilt es immer wieder bewusst zu machen und danach zu handeln.

Hella Suderow und Christian Schumacher

Hella Suderow unterrichtet als Dipl. Psychologin MBSR – Stressbewältigung durch Achtsamkeit – und achtsames Yoga. Nachdem sie einige Jahre Erfahrungen in einer psychosomatischen Klinik gesammelt hat, arbeitet sie nun ausschließlich selbstständig als Psychotherapeutin und Seminarleiterin.
Christian Schumacher (Heilpraktiker für Psychotherapie) ist u.a. ausgebildet in der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Des weiteren ist er seit mehreren Jahren in der spirituellen Männerarbeit tätig.
Gemeinsam leiten sie seit über 10 Jahren Seminare für Paare und sind anerkannte Lehrer für das siebentägige „MakingLoveRetreat“, konzipiert von Diana Richardson, das sich insbesondere mit Achtsamkeit und Bewusstheit im Kontext partnerschaftlicher Sexualität beschäftigt.
Sie forschen und experimentieren als Liebespaar selbst in diesem Feld und unterstützen dabei andere Paare auf ihrem Weg in ein achtsames Miteinander.
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SlowSex – die spirituelle Dimension der Sexualität

Sex in der heutigen Zeit ist oft Konsumprodukt, werbewirksame Verkaufsstrategie oder Mittel zum Zweck, um sich vom Stress des modernen Lebens die nötige Erleichterung und Entspannung zu verschaffen – oft ist uns im sexuellen Kontext nichts mehr heilig. Nicht selten wird er benutzt oder einfach nur missbraucht.

Und trotz Aufklärung und sexueller Befreiung, ist Unsicherheit und Nichtwissen immer noch weit verbreitet. Gerade was die inneren und die Seele nährenden Aspekte der Sexualität betreffen, findet man hier wenig bis gar keine Orientierung.

Dabei gab es in der Menschheitsgeschichte eine Zeit, da war die sexuelle Vereinigung auch ein heiliger Akt als Ausdruck eines harmonischen Gleichgewichtes zwischen männlich/-weiblichen Kräfteverhältnissen des Kosmos, eingebettet in einen jahreszeitlichen und dem Leben dienenden Zusammenhang.

Dieses Gleichgewicht ist spürbar aus der Balance geraten und zeigt sich in rücksichtsloser Ausbeutung von Mutter Erde, in der immer noch massiven Unterdrückung des Weiblichen und in der um sich greifenden Mechanisierung und Digitalisierung aller Lebensbereiche. Die Folge ist ein zunehmender Verlust der natürlichen Verbindung zum Leben, zum eigenen Körper und dessen kraftvollstem Ausdruck, der Sexualität – und letztendlich zu unserem Herzen, so dass uns über die Jahrhunderte Sex im Kontakt mit diesem Herzen oft verloren gegangen ist.

Somit ist die Frage nach dem Heiligen in der Sexualität nicht nur eine persönliche Angelegenheit, sondern auch eine von gesellschaftlicher Bedeutung!

Wie wäre eine zeitgemäße Anschauung beschaffen, die das Heilige und auch Heilende in der Sexualität wieder miteinbeziehen würde? Und welche Wahrnehmungs – und Bewusstseinsfähigkeiten bräuchte es, um als moderner Mensch diese heilige Dimension und damit auch die Liebe in der sexuellen Begegnung wieder erleben zu können?

Auf diese grundlegenden Fragen möchten wir in unserem Vortrag erste Anregungen geben, indem wir die zentralen Werte des SlowSex, wie Achtsamkeit, Entspannung und Langsamkeit beleuchten und in die grundlegenden Gedanken dahinter einführen wollen.

Jana Haas

Jana Haas hat russische Wurzeln und lebt heute in Süddeutschland, in der Nähe des Bodensees. Durch ihre Hellsichtigkeit gilt sie als Expertin für die energetischen und spirituellen Zusammenhänge zwischen Himmel und Erde, wie auch für die tieferen Bedürfnisse unserer unsterblichen Seele. Durch ihre liebevolle, klare Ausstrahlung, ihre spirituelle und psychologische Tiefe und durch ihre Bücher eroberte Jana Haas eine große Fangemeinde. In Vorträgen, Seminaren und Schulungen gibt sie ihr Wissen weiter. Opens external link in new windowInformationen

Naturwesen und die Heiligkeit der Erde„Naturwesen und die Heiligkeit der Erde“ Gottes Energie beseelt die Erde bis in die tiefsten Schichten. In der Natur können die Menschen zu ihrem inneren Frieden gelangen und Gott nahe sein. Wir können Bäume, Pflanzen, Gestein und die vielen Tiere mit all unseren Sinnen wahrnehmen und die Vollkommenheit der göttlichen Schöpfung bewundern. Über diese Sinneskontakte kann der Mensch einen tiefen Zugang zu den geistigen Welten finden und die beseelte Natur mit ihren Naturwesen über innere Stille und Sensibilität wahrnehmen. Die Naturwesen sind lichtvolle, feinstoffliche Wesen, die die Natur mit ihren Energien beseelen und sich energetisch und heilsam mit dem Menschen verbinden können. Ihre vielfältigen Aufgaben erstrecken sich auf Erde und Flora. Ihre heilenden Kräfte und auch die der Erde wirken auf den Menschen meist unbewusst. Durch einen entspannten Aufenthalt in der Natur kann man sie auch bewusst empfangen. Der bewusste Umgang mit unserer „Mutter“ Erde und besonders auch die Meditation mit Naturwesen können sehr hilfreich für die eigene Selbstwahrnehmung sein. In der Natur kann der Mensch schnell und intensiv zur Ruhe und in die Präsenz der Gegenwart kommen. So können wir die Heiligkeit des Lebens und der Erde, welche uns nährt, in Liebe und Bewunderung begreifen.

Prof. Dr. Arne Manzeschke

Prof. Dr. Arne Manzeschke, geboren 1962, ist seit 2015 Professor für
Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, seit 2011 Leiter der Fachstelle für Ethik und Anthropologie, Institut Technik · Theologie · Naturwissenschaften an der LMU München. Er studierte Theologie und Philosophie an den Universitäten München, Tübingen und Erlangen. 1995 wurde er an der FAU Erlangen promoviert; 2007 habilitierte er sich ebenda und erhielt die venia legendi für Systematische Theologie/Ethik. Er ist Vizepräsident der Societas Ethica (Europäische Forschungsgesellschaft für Ethik) und stellv. Vorsitzender der Bayerischen Ethik-Kommission für Präimplantationsdiagnostik. 2008 erhielt er den ersten Ethikpreis der DeutschenWirtschaftsgilde zu Forschungen der Ökonomisierung in deutschen Krankenhäusern mit Einführung der DRG. Forschungsschwerpunkte sind technik und wirtschaftsethische Fragen sowie ihre anthropologischen Implikationen.

Was ist uns heilig?
In einer hochindividualisierten und durch globalen Austausch kulturell undreligiös vernetzten Welt scheint das Heilige bestenfalls eine Privatangelegenheit, im schlimmeren Fall Sache der Fundamentalisten aller Schattierungen zu sein. In welchem Sinne kann hier noch von »heilig« geredet werden und das mit mit Bezug auf ein »Wir«?
Der Vortrag sucht aus einer religionsphilosophischen und einer
christlich-theologischen Perspektive nach Orientierungen.

Dr. Maria-Gabriele Wosien

Dr. Maria-Gabriele Wosien ist Tanzpädagogin, Choreographin und Schriftstellerin.
„Gott lehrt die Menschen den Tanz, damit sie gemeinsam das Werk der Schöpfung vollenden.“ Sie studierte Slawistik an der Universität London mit Promotion über das russische Volksmärchen. In Zusammenarbeit mit ihrem Vater, dem Ballettmeister und Choreografen Bernhard Wosien, 1908-1986, – s. auch: Bernhard Wosien, Der Weg des Tänzers. Selbsterfahrung durch Bewegung, www.metanoia-verlag.ch, 2008 (3), entwickelte sie den ‚Sakralen Tanz/Sacred Dance’.
Sakraler Tanz meint den Übungsweg, wodurch Gebet in der Bewegungssprache des Körpers lebendig wird. Durch die Vorgabe des Themas und von Bewegungselementen aus den europäischen Traditionen, führt der Tanz als gemeinsames Tun aus der Entfremdung, der Aufspaltung von Leib, Seele und Geist, und die Strukturen des äußeren Raumes werden auf dem Übungsweg als innere Dimension erfahren. In der Ausrichtung hin auf ein gemeinsames Zentrum lehrt der Tanz die Erfahrung der eigenen Mitte.
Als ‚Sacred Dance’, nach dem gleichnamigen Titel des von M.-G. Wosien 1974 in London, New York, Paris, Amsterdam und Tokio veröffentlichten Buches, verbreitete sich der Sakrale Tanz vor allem in englischsprachigen Ländern.
Aus ihrem Studium westlicher und östlicher sakraler Traditionen entwickelte M.-G. Wosien in zahlreichen Choreografien eigene Themenschwerpunkte. Im Besonderen gilt ihr Interesse dem religiös-rituellen Ursprung der Tanzfolklore. Ihre Arbeit ist dabei auf das bewusste Erleben mythischer Bilder und Symbole ausgerichtet, die so ihre Heilkraft entfalten können.
Die Tanzschöpfungen basieren auf traditionell überlieferten Bewegungsarchetypen, denen sakrale, klassische und Musik aus der Folklore zugrunde liegen. Durch Fortbildungslehrgänge, Vorträge und Seminare in Europa und der Neuen Welt – nicht zuletzt auch durch ihre in mehrere Sprachen übersetzten Veröffentlichungen – hat M.-G. Wosien die sakrale Tanzbewegung seit ihren Anfängen international entscheidend mitgeprägt. Der Tanz als integrierendes menschliches Miteinander hat sich inzwischen durch Begegnungen, Seminare und Festivals in vielen Ländern der Welt verbreitet.
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Der Sufismus und das Gebet in Bewegung: Die Drehmeditation der Mevlevi Derwische

 ‚Wenn du dich Mir stetig näherst
und dies mit ganzer Hingabe tust
bis du eins wirst mit Meiner Liebe,
dann bin Ich das Ohr mit dem du hörst,
das Auge mit dem du siehst,
die Hand mit der du greifst,
der Fuß mit dem du gehst.‘
(Jelal-uddin-Rumi, 13.Jh.)

Der Vortrag, mit einem Praxisangebot der langsamen Dreh-Meditation für Interessierte, möchte eine Einführung in das Gedankengut der islamischen Mystik – den Sufismus – geben,
wie auch in die Gebets- und Tanztradition der Mevlevi-Derwische
ihres Ordensgründers Jelal-uddin-Rumi, genannt Mevlana.

Dr. Rolf Riethmüller

Dr. Rolf Riethmüller, geboren 1953, ist promovierter Physiker und in seinem Beruf Wissenschaftler als Küstenozeanograf am Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Deine Würde ist mir heilig
Mensch werden in Begegnungen mit Straßenprostituierten

Seit über dreißig Jahren ist er ehrenamtlich im Rotlichtmilieu Hamburgs tätig. Als Teil der „Teestube Sarah“ sucht er Straßenprostituierte an ihren Standplätzen auf, während sie auf mögliche Kunden warten. Ein Ziel im „üblichen Sinne“ haben diese Besuche nicht. „Es geht zu allererst darum, einfach da zu sein und immer wieder zu kommen. Wir bringen heiße Getränke, Süßigkeiten und Kondome mit. Noch wichtiger, wir bringen Zeit zum miteinander Sprechen und aufeinander Hören mit. Für wenige Minuten gesellen wir uns dazu und nehmen die Welt aus der Sicht der Frauen wahr. Wir versuchen, die Sandalen vorgefasster Meinungen und das Wissen, was für andere gut sein könnte, abzulegen und in erster Linie den Weg jeder Frau wertzuschätzen und jede in ihrer unverwechselbaren Würde wahrzunehmen. Der Respekt, sich „dem brennenden Dornbusch“ (2 Mose 3,2 ff) zu nähern, verändert uns selbst, wahrnehmbar in der Regel erst nach vielen Begegnungen. Indem wir Menschen an den verachteten Rändern unserer Gesellschaft aufsuchen und uns ihnen aussetzen, entdecken wir ihre und zugleich unsere eigene Würde. Der immer neu vollzogene behutsame Umgang könnte eine Blaupause für unser ganzes Leben, unsere Wahrnehmung und Umgang mit uns selbst, mit allen Mitmenschen, mit der Natur sein.“

Gruppenleiter

Ein besonders wichtiges Element unserer Via Mundi-Tagungen sind die Gruppen. Sie sollen ermöglichen, einander im kleinen Kreis zu begegnen, sich miteinander auszutauschen und den persönlichen Bezug zum Tagungsthema vertiefen. Neben Gruppen, bei denen der Schwerpunkt auf dem Gespräch liegt, gibt es kreative Gruppen, die einen anderen Zugang zum Tagungsthema anbieten. Hier sollen wichtige Aspekte, die sich über das Gespräch weniger erschließen, erfahrbar und erlebbar werden.

Die Gesprächsgruppen werden von einem Moderator geleitet. Er kann der Gruppe einen Themenschwerpunkt anbieten, ist für einen guten Umgang miteinander und für die Gesprächskultur zuständig und sorgt dafür, dass sich die Gruppe nicht in Belanglosigkeiten verliert. Die Inhalte und die Gestaltung des Gruppenlebens können die Teilnehmer nach ihren Wünschen und Bedürfnissen selbst entwickeln.

Die Wandergruppe verbindet Bewegung, Naturerleben und Gespräche.

Die kreativen Gruppen: Die Leiter dieser Gruppen sind für ihre Themen besonders qualifiziert und bieten Gruppen nach ihren eigenen Konzepten an.

Dr. Stephan Schumm

Stephan Schumm ist niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Regulationsmedizin und Vorsitzender von Via Mundi. Die erweiterte Wahrnehmung begleitet ihn seit vielen Jahren.

Das Heilige ist um und in uns.

Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass wir an Grenzen stoßen: Konflikte, Erschöpfung, Mutlosigkeit. – Suchen wir das Heilige? – Wir können es finden, wenn wir uns verbinden, verbinden mit unserer geistigen Begleitung, mit Verstorbenen, Engeln, Naturwesen und unserem göttlichen Selbst.

In der Gruppe wollen wir uns austauschen, welche Erfahrungen uns bewegt haben, auch über solche, über die wir sonst nicht sprechen, weil wir fürchten belächelt zu werden. Wie können wir in Verbindung kommen mit dem Heiligen, das uns leitet und zur Seite steht?

Petra Kopf

Nils Jent und Petra Kopf lernten sich während einer Tagung kennen, zu der beide als Dozenten zum Thema „Entwicklungsfelder öffnen“ geladen waren. Ihr gemeinsames Anliegen „Im Miteinander stark“ führte sie zu einer Zusammenarbeit, die genau dieses Miteinander verdeutlicht. Nils Jent und Petra Kopf plädieren für einen grundsätzlichen Wertewandel, welcher unter anderem Entschleunigung, Achtsamkeit und gegenseitige Wertschätzung einbindet. Wenn es gelingt, auch Verschiedenartigkeit und Andersartigkeit gleich zu werten, können sich in gegenseitigem Geben und Nehmen neue Ressourcen auftun und alle bereichern. Wir sind in unserer Vielfältigkeit alle Teil der Gesellschaft, Teil eines großen Ganzen. Dies gilt es immer wieder bewusst zu machen und danach zu handeln.

Das Miteinander stärken – mit Achtsamkeit Beziehung leben

Das Miteinander stärken – mit Achtsamkeit Beziehung leben
Workshop mit Petra Kopf, Schauspielerin, Ausdrucks- und Tanztherapeutin
Egal wo wir im Leben stehen, privat oder beruflich, immer geht es darum, anderen Menschen zu begegnen und sie besser verstehen und kennenzulernen. Nur dann läßt sich ein Miteinander gestalten, das für uns alle fruchtbar sein kann.
Achtsamkeit bedeutet zunächst einmal, sich selbst wahrzunehmen, um dann in Beziehung treten zu können mit Wertschätzung, Achtung und Mitgefühl. So wird es uns gelingen, Menschen verschiedenster Kulturen oder Menschen mit Behinderung in unser gesellschaftliches Leben einzubinden und das Fremde als Bereicherung zu erleben und es willkommen zu heißen. Wenn wir lernen, auszudrücken, was uns im tiefsten Inneren bewegt und gleichzeitig unser Gegenüber mit offenem Herzen wahrnehmen, erleben wir Verbundenheit trotz oder gerade wegen der Unterschiedlichkeit, die uns als Menschen verschiedenster Herkunft ausmacht. So können wir aus der Vielfalt des Miteinanders schöpfen.
Der Workshop bietet kreative Übungen aus der Schauspielarbeit zur Sensibilisierung der Körperwahrnehmung. Dadurch entdecken wir ungewohnte Ausdrucksformen und Möglichkeiten der Kommunikation über die Sprache hinaus. Die Freiheit im Ausdruck weckt Kreativität und Selbst-Bewusstsein, jenseits von richtig und falsch.

Matthias Graf

Matthias Graf ist Musiker, Multi-Instrumentalist, Gestalttherapeut und Uhrmacher. Im Mittelpunkt seiner freiberuflichen Tätigkeit steht das Motto „Musik im Dialog“. Er freut sich seit Jahrzehnten daran, in Einzelbegleitung und Seminaren die zeitlose, beglückende Erfahrung des Improvisierens zu erforschen und zu vermitteln.

JetztMusik – Im freien Klangraum das Heilige berühren

Mit unseren Stimmen, einfachen Instrumenten und Klangerzeugern lassen wir uns vom Lebensfluss tragen. Jede(r) ist willkommen und eingeladen, an unseren Spontan-Kompositionen mitzuweben. Es gibt keine falschen Töne. Mut, Achtsamkeit und Lauschen weisen uns den Weg zu einem Klang-Tanz in Freiheit und Verbundenheit. In dieser erfüllenden Gegenwärtigkeit, diesem liebevollen Miteinander erwächst die Antwort auf die Frage, was uns heilig sei, vielleicht von selbst.

Hella Suderow und Christian Schumacher

Hella Suderow unterrichtet als Dipl. Psychologin MBSR – Stressbewältigung durch Achtsamkeit – und achtsames Yoga.
Christian Schumacher ist Heilpraktiker für Psychotherapie und seit mehreren Jahren in der spirituellen Männerarbeit tätig.
Gemeinsam leiten sie seit über 10 Jahren Seminare für Paare und sind anerkannte Lehrer für das siebentägige „MakingLoveRetreat“, konzipiert von Diana Richardson, das sich insbesondere mit Achtsamkeit und Bewusstheit im Kontext partnerschaftlicher Sexualität beschäftigt.
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SlowSex – die spirituelle Dimension der Sexualität

Sex in der heutigen Zeit ist oft Konsumprodukt, werbewirksame Verkaufsstrategie oder Mittel zum Zweck, um sich vom Stress des modernen Lebens die nötige Erleichterung und Entspannung zu verschaffen – oft ist uns im sexuellen Kontext nichts mehr heilig. Nicht selten wird er benutzt oder einfach nur missbraucht.

Und trotz Aufklärung und sexueller Befreiung, ist Unsicherheit und Nichtwissen immer noch weit verbreitet. Gerade was die inneren und die Seele nährenden Aspekte der Sexualität betreffen, findet man hier wenig bis gar keine Orientierung.

Dabei gab es in der Menschheitsgeschichte eine Zeit, da war die sexuelle Vereinigung auch ein heiliger Akt als Ausdruck eines harmonischen Gleichgewichtes zwischen männlich/-weiblichen Kräfteverhältnissen des Kosmos, eingebettet in einen jahreszeitlichen und dem Leben dienenden Zusammenhang.

Dieses Gleichgewicht ist spürbar aus der Balance geraten und zeigt sich in rücksichtsloser Ausbeutung von Mutter Erde, in der immer noch massiven Unterdrückung des Weiblichen und in der um sich greifenden Mechanisierung und Digitalisierung aller Lebensbereiche. Die Folge ist ein zunehmender Verlust der natürlichen Verbindung zum Leben, zum eigenen Körper und dessen kraftvollstem Ausdruck, der Sexualität – und letztendlich zu unserem Herzen, so dass uns über die Jahrhunderte Sex im Kontakt mit diesem Herzen oft verloren gegangen ist.

Somit ist die Frage nach dem Heiligen in der Sexualität nicht nur eine persönliche Angelegenheit, sondern auch eine von gesell-schaftlicher Bedeutung!

Wie wäre eine zeitgemäße Anschauung beschaffen, die das Heilige und auch Heilende in der Sexualität wieder miteinbeziehen würde? Und welche Wahrnehmungs – und Bewusstseinsfähigkeiten bräuchte es, um als moderner Mensch diese heilige Dimension und damit auch die Liebe in der sexuellen Begegnung wieder erleben zu können?

Dr. Maria Gabriele Wosien

Dr. Maria-Gabriele Wosien ist Tanzpädagogin, Choreographin und Schriftstellerin.
„Gott lehrt die Menschen den Tanz, damit sie gemeinsam das Werk der Schöpfung vollenden.“ Sie studierte Slawistik an der Universität London mit Promotion über das russische Volksmärchen. In Zusammenarbeit mit ihrem Vater, dem Ballettmeister und Choreografen Bernhard Wosien, 1908-1986,  entwickelte sie den ‚Sakralen Tanz/Sacred Dance’.

Leichtigkeit des Seins
die Drehmeditation der Mevlevi Derwische

 Bei einer Begegnung eines franziskanischen Abtes mit einem Mevlevi Derwisch in deren Kloster erwiderte der älteste Derwisch auf die Nachfrage des Abtes nach den Regeln:

Armut, nichts besitzen, auf dass uns nichts belaste,

auf dass wir uns Gott nähern auf blühendem Pfad.

Lachen, Tanz und Freude sind die drei Erzengel, die uns dabei geleiten…

Wenn ihr Gott rufen wollt, was für einen Namen gebt ihr ihm?‘ fragte der Abbé.

Gott hat keinen Namen – Gott ist frei –

Nicht Allah: Ach – werde ich ihn rufen…‘

Ein Derwisch begann über den Tanz zu sprechen:

Wenn ich nicht tanzen kann, kann ich nicht beten …

Die Engel sprechen durch den Tanz zu Gott…‘

Tanzen löscht das ich aus – wenn das ich erstorben ist

gibt es kein Hindernis, sich mit Gott zu vereinen…‘ *

(*Aus: Nikos Kazantzakis, Rechenschaft vor El Greco)

In mehreren Übungseinheiten werden wir uns der Gebetspraxis der Mevlevi Derwische – dem meditativen Drehen – annähern, im Bewusstsein des namenlosen Gottes und durch die Erfahrung der Gottesbegegnung im Herzen:

Gott, du tanzt in meiner Brust verborgen,

da wo dich keiner sieht.

Manchmal aber sehe ich dich

Und aus dieser Schau erblüht mein Gebet‘.

(Rumi, Aus dem Divan)

Dr. Christoph Schumm

Dr. Christoph Schumm, Jahrgang 1960, geb. in Bamberg und aufgewachsen in der Nähe von Bamberg. Medizinstudium in Würzburg und Lübek. Seit 1991 als Hausarzt mit Schwerpunkt auf Komlementärmedizin in Scheßlitz tätig. Verheiratet 3 Kinder, im Vorstand von Via Mundi e.V. tätig.

Wandergruppe

In der Wandergruppe möchten wir Bewegung im Freien mit dem Gemeinschaftserlebnis, guten Gesprächen und dem spirituellen Naturerlebnis verbinden.
Der Gruppenleiter hat häufig ein interessantes Buch zum Tagungsthema im Rucksack, aus dem er in den Pausen vorliest.
Festes Schuhwerk und Regenkleidung erwünscht.

Dr. Christian Hackbarth-Johnson

Opens external link in new windowDr. Christian Hackbarth Johnson ist seit 10 Jahren selbständig tätig als Theologe, Yoga- und Zen- Lehrer. Er ist Vorstandsmitglied bei Via Mundi e.V.

Kontemplation

Nach einigen Körperübungen zum Wachwerden sitzen wir ca. 25 min. in der Stille. Den Abschluss bilden ein kurzer biblischer Impuls (Losung mit kurzer Auslegung) und ein gemeinsames Lied.

Ruth Lucia Böhringer M.A.

Opens external link in new windowRuth Lucia Böhringer ist Tanzpädagogin und Erziehungswissenschaftlerin. Sie ist tätig in Erwachsenenbildung und Kinder- und Jugendhilfe. Seit Jahren ist es ihr ein Herzensanliegen, Verbindungen von Körper und Seele, Leiblichkeit und Spiritualität auch tanzend bewegt nachzuspüren.

Meditation des Tanzes


„Heut ist Reigen, Tanz ist, Tanz ist, Tanz!…“ (Rumi)

Tanz ist Freude an Musik, Bewegung und gemeinsamem Rhythmus im Tanzkreis. Kreistänze und kreativer, freier Tanz – als Meditationen in Bewegung – nähren, inspirieren und berühren uns und machen Körper und Seele lebendig und weit…

Marie Sixt

Marie-Luise Sixt, Jahrgang 1981, stammt aus einer Yoga-begeisterten Familie und eigentlich aus Fürth. Als Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin arbeitet sie aktuell an einer Hausarztpraxis in Zürich. Inspiriert durch ihre Cousine, selbst Yogalehrerin und Yogatherapeutin, macht sie seit zwei Jahren eine Ausbildung zur Yogalehrerin (BDY) an der Yogaschule Nordbayern in Nürnberg. Denn Yoga besteht für sie nicht nur aus reinen Körperübungen (Asanas). Es ist ein universelles Philosophiesystem, dass die Übenden dazu anregt, auch die Achtsamkeit hinsichtlich ihres Handelns und Denkens und darüber ihr Bewusstsein im Allgemeinen zu schulen.

Yoga

Die Morgenpraxis soll die Teilnehmer dazu einladen, in sanften Übungen erst Körper und Geist zu wecken und diese dann über den Atem zu verbinden. Dazu bedarf es keiner jugendlichen Konstitution, sondern lediglich Lust darauf, eine neue Erfahrung zu machen. Die Asanas sind einfach und können an Teilnehmer jedes Alters individuell angepasst werden.

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